Collection: Annina Roescheisen
Annina Roescheisen (*1982 in Rosenheim) ist eine deutsch-slowenische Künstlerin, die in New York lebt und arbeitet. Im Zentrum ihrer Praxis stehen Malerei und Zeichnung, erweitert durch Skulptur, Installation, Fotografie, Video und Performance. Ihre Arbeiten bewegen sich an den Übergängen zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, Traum und Realität, Materiellem und Spirituellem. Farbe versteht Roescheisen dabei nicht allein als bildnerisches Mittel, sondern als Träger von Energie, Resonanz und Wahrnehmung. Ausgehend von religiöser Ikonografie, Literatur, Naturmystik und philosophischen Traditionen entwickelt sie Bildräume, die existenzielle Fragen nach Bewusstsein, Transformation und der Erfahrung von Wirklichkeit verhandeln.
Charakteristisch für ihre Arbeitsweise ist ein intuitiver, körperlich geprägter Prozess. Mit eigens entwickelten Mischungen aus Pigmenten und Mineralien erzeugt sie vielschichtige Oberflächen, in denen Geste, Material und Zeit eingeschrieben bleiben. Die performative Dimension des Schaffens ist dabei wesentlicher Bestandteil ihrer künstlerischen Haltung. In Werken und Werkgruppen wie Vibrational Strings oder Flying Dragons verbindet Roescheisen metaphysische Fragestellungen mit mathematischen und symbolischen Ordnungen und untersucht die Beziehungen zwischen wahrnehmbarer und verborgener Welt.
Roescheisens Arbeiten wurden international in Europa und den USA gezeigt. Zu ihren Ausstellungen zählen Präsentationen in New York, Los Angeles, London, Paris und Berlin sowie Beteiligungen an der 56. Biennale von Venedig und dem Salon Berlin im Museum Frieder Burda. Darüber hinaus war sie über mehrere Jahre als Performerin in Xavier Veilhans und Éliane Radigues Langzeitprojekt Systema Occam aktiv. Ihre Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, darunter der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) und die Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
Fotocredit: Steve Stills
Q&A with the artists:
The exhibition ARTIFICIAL? Traces of the Present brings together works that question our perception. Reality appears not as a given, but as something that is constantly being appropriated. ARTIFICIAL? questions whether what we see and experience is not always already made, constructed, and mediated.