Kategorie: Annemarie Faupel
Annemarie Faupel (*1989 in Wien) widmet sich in ihrer malerischen Praxis der Untersuchung des menschlichen Daseins im Spannungsfeld zwischen intimer Unverfälschtheit und universeller Gültigkeit. Als Meisterschülerin von Karin Kneffel an der Akademie der Bildenden Künste München entwickelte sie eine präzise visuelle Sprache, die gesellschaftlich oft marginalisierte Themen wie das Alter, die Vergänglichkeit und die ungeschönte Nacktheit in das Zentrum der Betrachtung rückt. Ihre Arbeiten sind geprägt von einem tiefen Respekt vor der individuellen Geschichte, die sich in körperlichen Einschreibungen – Falten, Unebenheiten und Texturen – manifestiert.
Die Künstlerin verzichtet bewusst auf Idealisierungen und schafft stattdessen Räume einer stillen, selbstverständlichen Intimität. Ob in ihren eindringlichen Porträts ihrer hochbetagten Großmutter oder in Szenen kollektiver Nacktheit im öffentlichen Raum: Faupel verhandelt den Körper als einen Ort der Würde und der Koexistenz. Dieser reflektierte Umgang mit der menschlichen Physis setzt sich in ihren aktuellen Landschaftsserien fort. Hier thematisiert sie die fragile Schönheit der Natur angesichts ökologischer Bedrohungen und fordert eine bewusste, wertschätzende Auseinandersetzung mit der Umwelt ein.
Nach Studienaufenthalten in Rom und München sowie Ausstellungsbeteiligungen in Institutionen wie der Pinakothek der Moderne und dem Haus der Kunst etabliert Annemarie Faupel eine malerische Position, die durch handwerkliche Exzellenz und eine empathische, analytische Haltung überzeugt. Ihre Werke sind nicht nur Dokumentationen des Sichtbaren, sondern Plädoyers für die Akzeptanz des Natürlichen in einer zunehmend artifiziellen Welt.
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Zuckerregen
Preis auf Anfrage -
Mitternachtssnack
Preis auf Anfrage -
Zuckerschock
Preis auf Anfrage -
Anomalie im Unterholz
Preis auf Anfrage -
Echo der Erwärmung
Preis auf Anfrage -
Heimat auf Zeit
Preis auf Anfrage -
Wo das Blau dem Grau wich
Preis auf Anfrage -
Nach der Flut
Preis auf Anfrage
Q&A mit den Künstlerinnen und Künstlern:
1) Wie setzt sich Deine Arbeit mit Wirklichkeit und deren Konstruktion auseinander und welche „Spuren des Gegenwärtigen“ werden darin sichtbar?
Mein Arbeiten basieren zu Teilen auf Fotografien. Hierbei greife ich selten auf Found Footage zurück, zumeist fotografiere ich jedoch selbst. Dabei geht es darum
ein Objekt der Wirklichkeit, welches mein Interesse weckte, auf spezifische Art einzufangen. Ich arbeite zwar oft mit dem realen Objekt, füge ihm jedoch durch
fotografische Methoden wie der Belichtung, der Wahl des Winkels oder des Arrangements eine weitere Perspektive hinzu. Ich blende Stellen aus und setze dafür
einen scharfen Fokus auf die Fragmente, welche für mich bedeutend sind. Das bekannte Objekt wird so neu konstruiert.
Meine Kernthemen sind angelehnt an unsere aktuelle Zeit. Die Candieserie adressiert Themen wie Massenkonsum, ungesunde Ernährung, Volkskrankheiten,
Genuss- und Dopaminsucht, Verführung und Wirtschaftsinteressen.
Die Landschaftsserie befasst sich mit unserer Natur. Sie ist immer gegenwärtig und ermöglicht dem Menschen das Überleben auf dem Planeten. Nun ist ihr Fortbestand
bedroht und von massiven Veränderungen betroffen. Meine Arbeiten greifen diese Entwicklungen auf, indem sie zu einem die Schönheit und Zerbrechlichkeit
der Natur wider geben und zum anderen eine veränderte Natur – so wie sie vielleicht durch den Klimawandel in naher Zukunft aussehen könnte.
2) Wie entsteht Deine Arbeit von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und welche Rolle spielt dabei Deine Darstellungsweise?
Meine Arbeit entsteht durch visuelle Eindrücke von Personen, Objekten oder Formen. Manchmal arrangiere ich das Objekt direkt, um Fotovorlagen zu kreieren
oder komponiere Elemente digital. Dabei löse ich mich zunehmend von der spontanen Motiventwicklung und werde hierbei immer akribischer. Es ist wichtig
immer die Umsetzbarkeit des Fotos in Malerei zu prüfen, um so eine gute Grundlage zu schaffen, aus welcher sich die Malerei aus der Fotovorlage herausentwickeln
kann und ihre spezifischen Eigenschaften das Foto übernehmen können.
Meine präzise Malweise erfordert viel Geduld und Disziplin. Es ist ein Wechsel zwischen der Einhaltung der ursprünglichen Form und des Ausbrechens in malerische
Gesten welche sich davon loslösen. Es ist für mich unerlässlich meine Arbeit auch im Entstehungsprozess immer wieder kritischen Blicken auszusetzen.
Ich denke, dass es mir nur mittels Reflexion und Austausch mit Personen von Außen möglich ist, mein künstlerisches Niveau konstant zu beizubehalten.