Kategorie: Hedwig Eberle

Hedwig Eberle (*1977 in München, lebt und arbeitet am Staffelsee) entwickelt eine Malerei, die aus der Bewegung heraus entsteht. Flatternde Linien, dichte Farbräume und ein überbordender Chromatismus prägen ihre Bildwelten. Gestische Impulse verdichten sich zu rhythmisch ausbalancierten Kompositionen, in denen Kontrolle und Zufall nicht als Gegensätze erscheinen, sondern als produktive Spannung wirksam bleiben. Die Bildfläche wird zum Resonanzraum eines Ringens um Form, Volumen und Energie.

Eberles Praxis verbindet malerische Kraft mit kalligrafischer Präzision. Tuschelinien durchziehen das Farbgefüge, setzen Akzente, öffnen Perspektiven und lassen zugleich Raum für Nuancen, Auslassungen und Zwischentöne. Ihre Arbeiten bewahren den ursprünglichen Aufruhr des Entstehungsprozesses und transformieren ihn in komplexe, organisch gewachsene Akkorde.

Ausgebildet an der Akademie der Bildenden Künste München bei Sean Scully sowie an der Universität der Künste Berlin, erhielt Eberle u. a. den Bayerischen Kunstförderpreis und den Kunstpreis der Akademie der Schönen Künste München. Ihre Arbeiten werden international in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

Eingeliefert von der Galerie Jahn & Jahn

Hedwig Eberle

Q&A mit den Künstlerinnen und Künstlern:

Die Ausstellung ARTIFICIAL? Spuren des Gegenwärtigen vereintArbeiten, die unsere Wahrnehmung hinterfragen. Realität erscheint dabei nicht als gegeben, sondern als etwas, das ständig angeeignet wird. ARTIFICIAL? stelltin Frage, ob das, was wir sehen und erleben, nicht immer schon gemacht, konstruiert und vermittelt ist.

1) Wie setzt sich Deine Arbeit mit Wirklichkeit und deren Konstruktion auseinander und welche „Spuren des Gegenwärtigen“ werden darin sichtbar?

Im Allgemeinen glaube ich nicht an die ”Eine", sondern an individuelle Wirklichkeiten.Daher würde ich meine Arbeit als Suche nach Wahrhaftigkeit undeiner Autonomie des Bildes definieren.Abstrakte Malerei ist für mich grundsätzlich ein Konstrukteiner frei assoziativen Wirklichkeit in der die Spuren desGegenwärtigen ganz direkt über den Ausdruck von Farbe, Material,Gestik, usw. sichtbar und somit auf Ihre Art und Weise vollkommen real werden.

2) Wie entsteht Deine Arbeit von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und welche Rolle spielt dabeiDeine Darstellungsweise

Mein Bestreben ist die Auflösung von Idee und Konzept und daher ist allein der Prozess von Bedeutung,welcher im unmittelbarem erleben und dem möglichst losgelösten Dialog alles in sich birgt,was schlussendlich zum Ausdruck und Bild wird. Die Essenz meiner Kunst finde ich somit in derKonzentration des Geistes, nicht der Gedanken.