Kategorie: Jan Davidoff
Jan Davidoff, 1976 in Norden geboren, lebt und arbeitet heute in München und Schondorf am Ammersee. In seiner künstlerischen Praxis bewegt er sich zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Natur und urbanem Strukturdenken. Seine Arbeiten – von kraftvoller Malerei bis zu metallisch reflektierenden Oberflächen – spielen mit Licht, Material und Wahrnehmung. Fundstücke aus der industriellen und natürlichen Welt dienen ihm als Träger vielschichtiger Bildräume, in denen Vorder- und Hintergrund unentwirrbar ineinanderfließen.
Ausgebildet an der Akademie der Bildenden Künste München bei Prof. Anke Doberauer und Prof. Günther Förg, zeigt Davidoff seine Werke seit den 2000er-Jahren international. Seine Ausstellungen reichen von New York bis Seoul, von der Art Cologne bis zur Villa Stuck. In jüngerer Zeit liegt der Fokus zunehmend auf ortsbezogenen Projekten und der Zusammenarbeit mit Kunstvereinen und Museen – stets mit einem klaren Blick auf die poetische Spannung zwischen Natur, Mensch und Zeit.
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Q&A mit den Künstlerinnen und Künstlern:
Die Ausstellung ARTIFICIAL? Spuren des Gegenwärtigen vereintArbeiten, die unsere Wahrnehmung hinterfragen. Realität erscheint dabei nicht als gegeben, sondern als etwas, das ständig angeeignet wird. ARTIFICIAL? stelltin Frage, ob das, was wir sehen und erleben, nicht immer schon gemacht, konstruiert und vermittelt ist.
1) Wie setzt sich Deine Arbeit mit Wirklichkeit und deren Konstruktion auseinander und welche „Spuren des Gegenwärtigen“ werden darin sichtbar?
Meine Arbeiten beginnen oft mit realen Bildern oder Momenten, zum Beispiel einer Straße, einer Landschaft oder einer Bewegung. Durch Malerei und verschiedene Schichten verändere ich diese Ausgangsbilder, sodass sie sich zwischen Realität und Wahrnehmung bewegen.
Mich interessiert der Moment, in dem etwas Vertrautes plötzlich anders wirkt. In diesem Spannungsfeld werden für mich auch „Spuren des Gegenwärtigen“ sichtbar: eine Zeit, die sich immer weiter beschleunigt, die von Bewegung, Unsicherheit und ständiger Veränderung geprägt ist.
Meine Arbeiten verstehe ich deshalb auch als eine Art stiller Beobachter unserer Zeit – einer Zeit, die uns manchmal überfordert und uns gelegentlich sogar zu überholen scheint. Genau dieseDynamik und Fragilität versuche ich in meinen Bildern sichtbar zu machen.
2) Wie entsteht Deine Arbeit von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und welche Rolle spielt dabei Deine Darstellungsweise?
Am Anfang steht meist eine Beobachtung oder ein fotografischer Moment. Im Atelier beginne ich dann, dieses Bild zu verändern und in mehreren Schichten weiterzuentwickeln.
Meine Darstellungsweise auf der Leinwand entsteht durch die Verbindung von Malerei, Druck und der Verwendung unterschiedlicher Materialien. Dadurch entstehen Bewegung sowie eine haptische und visuelle Tiefe im Bild. Wichtig ist mir, dass ein Werk nicht alles sofort preisgibt, sondern den Betrachter einlädt, genauer hinzusehen und seine eigene Wahrnehmung und Deutung zu hinterfragen.