Kategorie: Joan Saló
Joan Saló (*1983 in Igualada) lebt und arbeitet in Berlin. Seine Malerei kreist um Zustände des Übergangs – um das Dazwischen von Licht und Schatten, Präsenz und Entzug. Titel wie Umbra, Penumbra, Antumbra oder Hypnagogia verweisen auf Schwellenmomente des Sehens und Bewusstseins. Saló versteht das Bild als Ort der Verdichtung: Fläche wird zu Raum, Dunkelheit zu Träger von Nuancen, Farbe zu Ereignis.
Ausgebildet an der Universität Barcelona sowie an der Accademia di Belle Arti di Bologna, entwickelte er eine reduzierte, zugleich sinnlich aufgeladene Bildsprache. Oft arbeitet er mit begrenzten Farbskalen, in denen sich subtile Verschiebungen und Tiefen entfalten. Die Kompositionen folgen keiner erzählerischen Logik; sie entstehen aus Konzentration und Wiederholung, aus einem Prozess des Abtragens und Überlagerns. So gewinnen die Arbeiten eine stille, fast kontemplative Intensität.
Seine Werke wurden in internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, unter anderem in Berlin, Barcelona, Monza, Paris und New York. Stipendien und Auszeichnungen – darunter das Neustart Kultur-Stipendium der Kunstfonds Stiftung – begleiten eine kontinuierliche künstlerische Entwicklung. Salós Malerei behauptet sich jenseits kurzfristiger Tendenzen: als präzise Untersuchung von Wahrnehmung, Zeit und malerischer Substanz.
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Normaler Preis €11.770,00 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis €11.770,00 EUR -
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Normaler Preis €15.515,00 EURNormaler PreisGrundpreis / proVerkaufspreis €15.515,00 EUR
Q&A mit den Künstlerinnen und Künstlern:
Die Ausstellung ARTIFICIAL? Spuren des Gegenwärtigen vereintArbeiten, die unsere Wahrnehmung hinterfragen. Realität erscheint dabei nicht als gegeben, sondern als etwas, das ständig angeeignet wird. ARTIFICIAL? stelltin Frage, ob das, was wir sehen und erleben, nicht immer schon gemacht, konstruiert und vermittelt ist.
1) Wie setzt sich Deine Arbeit mit Wirklichkeit und deren Konstruktion auseinander und welche „Spuren des Gegenwärtigen“ werden darin sichtbar?
lles, was in meiner Arbeit erscheint, ist eine „Spur der Gegenwart“. Es gibt nichts, was sich dahinter verbirgt. Was Sie sehen, ist bereits der Beleg eines Augenblicks, einer Handlung, einer Entscheidung. Am Anfang meines Werdegangs war meine Arbeit eher prozessorientiert. Das Vergehen der Zeit war eines meiner Hauptanliegen – wie Zeit Spuren hinterlässt, wie Wiederholung Materie transformiert. In meinen jüngeren Arbeiten ist es treffender, von „Spuren der Gegenwart“ zu sprechen. Jede Markierung fungiert wie ein Element einer Form von Schrift, die sich noch im Aufbau befindet. Es ist keine fixierte Sprache, sondern eine sich entwickelnde. Die Arbeit wird zu einer Oberfläche, auf der sich Zeit, Geste und Präsenz direkt einschreiben.
2) Wie entsteht Deine Arbeit von der ersten Idee bis zur Fertigstellung und welche Rolle spielt dabei Deine Darstellungsweise?
Es gibt keine Ausgangsidee im formalen Sinne. Stattdessen gibt es ein Ritual – eine Abfolge von Gesten und verinnerlichten Codes, die die Arbeit zu ihrer endgültigen Form führen. Diese Codes sind keine vordefinierten Regeln, sondern verkörpertes Wissen, das sich im Laufe der Zeit angesammelt hat. In meinem Fall würde ich nicht von Repräsentation sprechen, sondern von Präsentation. Das Werk steht nicht für etwas Externes, noch versucht es, eine andere Realität darzustellen. Es präsentiert sich selbst als ein Ereignis, als eine unmittelbare Präsenz. Was der Betrachter vorfindet, ist nicht das Bild von etwas anderem, sondern die materielle Spur einer Handlung, die sich in der Gegenwart entfaltet.